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Von wegen Badminton für Arme im Sand (Fellbacher Zeitung, 28.7.2008)

Schmiden. Beim Beach-Tennis-Turnier auf dem "Schmiden Beach" haben sich am Wochenende zwei angehende Doktoren ebenso versucht wie zwei kurzentschlossene Badener. Gewonnen haben bei den Männern aber Alexander Stähle und Oliver Munz - die favorisierten Seriensieger.

Von Gerhard Pfisterer

Beach-Tennis, das ist Badminton für Arme im Sand. Das hat mehr mit Badminton zu tun als mit Tennis. Sagen die Kritiker. "Das ist nicht ganz so", sagt Lars Boyde. "Beach-Tennis ist schwieriger als Badminton, weil der Schläger schwerer ist, man nicht so leicht aus dem Handgelenk spielen kann und man sich auf dem Untergrund anders bewegt." Er kann das seit Samstag ganz gut beurteilen - seit Samstag taugt der 24-Jährige als Experte, um die beiden Sportarten zu vergleichen. Denn da hat der versierte Badmintonspieler, der in der vergangenen Saison sowohl für die Mannschaft der Cambridge-Universität in der höchsten englischen Uni-Liga als auch für die SG Schorndorf in der Regionalliga aufschlug, sich beim Beach-Tennis-Turnier auf dem "Schmiden Beach" in den Sand gehechtet. An der Seite seines Bruders Jan Boyde, 26, der für das Bezirksliga-Team des SV Fellbach Badminton spielt. "Beach-Tennis und Badminton sind schon sehr ähnlich, weil der Ball anders als beim normalen Tennis nicht aufspringen soll", sagt Jan Boyde, der augenblicklich am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Vaihingen seine Doktorarbeit zum Thema "Wiederzünden von Triebwerken in großer Höhe" schreibt. Dort macht Lars Boyde derzeit ein Praktikum - bevor er nach Cambridge zurückkehren wird, um ebenfalls zu promovieren.

Im von Liegestühlen gesäumten Sandkasten mit vier Spielfeldern namens "Schmiden Beach" haben die beiden angehenden Doktoren am Samstag weniger erfolgreich abgeschnitten. Ein Spiel konnten Jan und Lars Boyde, die in Schmiden aufgewachsen sind, aber immerhin für sich entscheiden. "Es ist halt etwas anderes hier. Beim Tennis darfst du den Schläger nur hinheben, beim Badminton musst du aktiv dagegenhalten", sagt Lars Boyde. "Wenn der Ball ein bisschen leichter wäre, könnten wir mit Badmintonschlägern spielen, dann würde der Ball nicht so unkontrolliert wegspringen - das wäre dann mal interessant." Sichtlich Spaß hatten die Brüder aber am Samstag auch so beim Sandeln. Trotz des schwereren Schlägers und des Ausscheidens in der Gruppenphase.

Über die Vorrunde hinaus haben es auch Alexander Sieber und Nico Uhlig von der TG Hartheim nicht geschafft. Die zwei kurzentschlossenen Männer aus dem Badischen hatten sich erst am späten Freitagabend angemeldet. Bei Peter Seibold, der ganz überrascht war, als er den Anruf bekam. "Meine Telefonnummer war ja gar nicht als Kontaktnummer angegeben. Aber Alexander Sieber hatte sie sich auf Umwegen über verschiedene Internetseiten irgendwie besorgt", sagt der Mitorganisator des Turniers vom TEV Fellbach zur unvermittelten Ankündigung der einzigen Teilnehmer, die nicht aus Württemberg kamen. "Und nächstes Jahr wollen die Jungs mit einem ganzen Partybus kommen." Peter Seibold schied - nebenbei bemerkt - mit seinem Partner Fabian Rieker vom TV Oeffingen trotz großer Ambitionen ebenso gleich zu Beginn aus.

Den Titel bei den Männern haben sich am Samstag auf dem "Schmiden Beach" einmal mehr Alexander Stähle (TC Kusterdingen) und Oliver Munz (TSV Betzingen) gesichert. Der Erfolg im Finale gegen Jörg Nitzsche und Philipp Müller vom TV Oeffingen bedeutete für die Seriensieger den dritten Erfolg im Fellbacher Stadtteil hintereinander. Alexander Stähle kann seit der achten Auflage des Beach-Tennis-Turniers in Schmiden an diesem Wochenende sogar auf fünf Siege hintereinander im Männerdoppel zurückblicken.

Bei den Frauen ergab sich eine Neuauflage des Endspiels aus dem Vorjahr - mit anderem Ausgang. Sandra Krautter und Kathrin Krautter vom TC BW Zuffenhausen behielten diesmal die Oberhand gegen Nadine Tränklein (VfL Sindelfingen) und Corinna Wolf (SV Böblingen).

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