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Warum sich einige nur gedanklich vorbereiten (Fellbacher Zeitung, 9.8.2002)

Fellbach. Wer heute über den Marktplatz von Bad Saulgau schlendert, der wird wohl unweigerlich einen Zwischenstopp einlegen. An zwei großen Sandplätzen, die sonst nicht da sind. Denn dort, zwischen zahlreichen Fachwerkbauten, finden bis zum Sonntag die 2. deutschen Beach-Tennis-Meisterschaften statt - mit starker Beteiligung der Sandcracks aus Oeffingen, Schmiden, Fellbach und Untertürkheim.

Nein, extra für die nationalen Titelkämpfe noch einmal trainiert, das hat Jürgen Renner von der Tennisabteilung des TV Oeffingen nicht. Warum auch? "Das Niveau in Bad Saulgau wird nicht höher sein als das in Schmiden", sagt der 28-Jährige, der sich deshalb nur gedanklich auf die Meisterschaften vorbereitet hat. Aber das bestens. Der Oeffinger Tennisspieler wird gemeinsam mit seiner Vereinskollegin Stefanie Hueber, mit der er beim 2. Beach-Tennis-Turnier des TV Oeffingen vor knapp zwei Wochen den zweiten Platz belegt hat, in der Mixed-Konkurrenz starten. "Insgeheim rechnen wir uns schon etwas aus", sagt der Bezirksliga-Spieler. Zumal das Duo auf dem "Schmiden Beach" ja auch die letztjährigen deutschen Meister Oliver Meinecke und Esther Schmid (beide KV Untertürkheim) besiegt hat.

Markus Knödler, der im Herren-Doppel mit Csaba Horvath (KV Untertürkheim) und im Mixed mit Daniela Falk (TSV Schmiden, spielt zudem im Damen-Doppel mit Stefanie Hueber) antritt, vervollständigt übrigens das Oeffinger Trio. Abgesagt haben dagegen Maximilian Hamm/Jörg Nitzsche (Urlaub), Michaela Posch (alle TVOe) sowie die Schmidenerin Alexandra Ernst.

Ebenfalls ein gewichtiges Wörtchen bei der Titelvergabe will die Abordnung des KV Untertürkheim mitreden. Und die Chancen stehen gut. Denn in Oliver Meinecke, Esther Schmid, Monika Geiger, Alexander Eller und Csaba Horvath haben sich gleich fünf Spieler des KVU qualifiziert. Zudem werden sie in allen drei Konkurrenzen vertreten sein. "Wir wollen alle mindestens das Halbfinale erreichen", sagt Oliver Meinecke. Ob es am Ende gar zum Sieg reichen kann, würde indes auch im Beach-Tennis von der Tagesform abhängen.

Trainiert haben zwar auch die KVU-Akteure nicht mehr, dafür aber haben sie am vergangenen Wochenende noch einmal erfolgreich beim Turnier in Esslingen aufgeschlagen. Das Damen-Doppel Schmid/Geiger landete auf Rang eins, und die Mixed-Kombination Meinecke/Schmid musste sich lediglich im Finale geschlagen geben.

Wie erfolgreich die nationalen Titelkämpfe auch verlaufen werden, der Spaß soll auf jeden Fall im Vordergrund stehen. Auch bei Philipp Müller (TSV Schmiden) und Christoph Bräuninger (TEV Fellbach). Die beiden 19-Jährigen, die kürzlich am Gustav-Stresemann-Gymnasium das Abitur bestanden haben, gehen gelassen ins Rennen. "Mal schauen, wie gut die anderen sind", sagt Müller.

Insgesamt haben sich 150 Spieler für die Titelkämpfe qualifiziert und reisen unter anderem auch aus Berlin, Schwerin, Rostock und Eckernförde an. 34 Herren-, 18 Damen- und 25 Mixed-Doppel werden dabei um die Titel kämpfen. "Das sind viel mehr, als wir erwartet haben", sagt Sabine Staengel vom Württembergischen Tennis-Bund (WTB). Und weil es so viele sind, muss kurzerhand auch noch auf zwei Nebenplätzen gespielt werden. "Das war ursprünglich nicht vorgesehen", sagt Sabine Staengel. Bei den Aussichten indes, die die Sieger haben, wollte sich kaum einer den Ausflug nach Bad Saulgau entgehen lassen. Denn immerhin dürfen die Besten vom 22. bis 25. August an den Beach-Weltmeisterschaften im italienischen Ravenna teilnehmen. Bleibt offen, ob sich Jürgen Renner - sollte er zu den Glücklichen gehören - auch dann nur gedanklich vorbereitet. Bestens, versteht sich.

Von Susanne Degel, Fellbacher Zeitung