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Eine Sportart, die man eigentlich nicht trainieren kann (Fellbacher Zeitung, 29.7.2002)

Schmiden. Klemens Hueber, der Sportwart der Tennisabteilung des TV Oeffingen, ist gestern Abend mit sich und der (Beach-Tennis-)Welt zufrieden gewesen. Zum zweiten Mal haben die Oeffinger Verantwortlichen am Wochenende auf dem "Schmiden Beach" ein Turnier ausgerichtet. Und zum zweiten Mal ist die Veranstaltung ein voller Erfolg gewesen.

Christian Mahler ist gestern auf dem "Schmiden Beach" arg vermisst worden. Nein, nicht als Spieler, sondern als verantwortlicher Mann am Wasserschlauch. Am Samstagnachmittag hat der zehnjährige Kleinfeldspieler vom TV Oeffingen nämlich dafür gesorgt, dass die zahlreichen Beach-Akteure keine heißen Sohlen bekamen. Immer wieder hat er den glühend heißen Sand bewässert - und auf Wunsch auch den einen oder anderen Spieler nassgespritzt. Am Sonntag indes war der Zehnjährige nicht auf dem "Schmiden Beach". Und so musste sich immer mal wieder einer der Akteure den Schlauch schnappen, um für die ersehnte Abkühlung bei seinen Konkurrenten zu sorgen - zumindest was deren Fußsohlen betraf.

Auch Csaba Horvath vom KV Untertürkheim (KVU) schmetterte lieber im feuchten Sand. Am Samstag wie am Sonntag. Der Herren-30-Spieler hat am Wochenende zum ersten Mal überhaupt Beach-Tennis gespielt. Erfolgreich noch dazu. Mit seinem Partner und Vereinskollegen Oliver Meinecke landete er in der Doppel-Konkurrenz der Herren (23 Teams) auf Anhieb auf dem zweiten Platz. Im Endspiel hatten sich die KVU-Spieler den beiden Lokalmatadoren Maxi Hamm und Jörg Nitzsche vom TVOe beugen müssen - 4:6. Die Freude bei den Unterlegenen war dennoch groß. Sie dürfen, ebenso wie die Sieger und die drittplatzierten Philipp Müller/Christoph Bräuninger (TSV Schmiden/TEV Fellbach), bei den deutschen Beach-Tennis-Meisterschaften in zwei Wochen in Bad Saulgau teilnehmen. "Und da schlagen wir dann wieder zu", sagt Csaba Horvath. Der KVU-Spieler und Hegnacher Tennis-Trainer war am Samstagnachmittag vom Beach-Tennis übrigens so angetan, dass er sich während der großen Beach-Party am Abend (Hueber: "Es haben rund 300 Leute mit uns gefeiert") gleich noch nach einer Spielerin für die Mixed-Konkurrenz umschaute. Wieder erfolgreich, versteht sich. Am Sonntag wetteiferte er gemeinsam mit Denise Heide (KVU) an der Seite. Allerdings war für die beiden Kurzentschlossenen im Viertelfinale dann Schluss.

Bereits nach der Vorrunde ausgeschieden sind Jutta Stegmayer, 39, und Jörg Schifferdecker, 44, vom TEV Fellbach. Mit zufriedenen Mienen allerdings. "Wir haben schon viel besser gespielt als im vergangenen Jahr", sagt Jutta Stegmayer, die erst seit zwei Jahren Tennis spielt und nebenbei die Geschäftsstelle des TEV leitet. Und das ohne Training. "Wir haben heute morgen nur 30 Minuten geübt. Das war alles."

Ohnehin ist Beach-Tennis keine Sportart, die man trainieren kann. Sagt zumindest Oliver Meinecke. Und der muss es wissen. Immerhin hat er im vergangenen Jahr mit seiner Partnerin Esther Schmid bei den ersten deutschen Beach-Tennis-Meisterschaften in Bonlanden den Titel gewonnen. Gestern nun verlor er mit seiner Partnerin das Halbfinale gegen die späteren Sieger Markus Knödler (TVOe) und Daniela Falk (TSV Schmiden) und musste sich letztendlich mit dem dritten Platz zufrieden geben. Auf dem zweiten Platz im 32 Mannschaften starken Teilnehmerfeld landete das rein Oeffinger Duo Jürgen Renner und Stefanie Hueber. Auch in der Mixed-Konkurrenz haben sich die drei besten Teams automatisch für die nationalen Titelkämpfe qualifiziert.

In der Damen-Doppel-Konkurrenz (16 Teams) konnten übrigens Stefanie Hueber/Michaela Posch (TVOe) ihren Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigen. Und das, obwohl das Duo im Finale gegen Esther Schmid/Monika Geiger (KV Untertürkheim) mit 5:0 geführt hatte. "Aber aus unerfindlichen Gründen haben sie das Spiel dann noch mit 5:6 verloren", sagt Klemens Hueber kopfschüttelnd. Aber vielleicht gelingt den beiden Oeffingerinnen die Revanche ja bei den deutschen Meisterschaften, für die beide Teams ebenso qualifiziert sind wie das drittplatzierte Duo Alexandra Ernst und Daniela Falk vom TSV Schmiden.

Von Susanne Degel, Fellbacher Zeitung