Presse

Dialog > Presse > Fellbacher Zeitung, 30.7.2001

Warum der Ball aus dem Planeten kommt und am Schläger abfault (Fellbacher Zeitung, 30.7.2001)

Schmiden/Oeffingen. Robin Günther ist am Samstag beim 1. Beach-Tennis-Turnier des TV Oeffingen auf dem "Schmiden Beach" der wohl gefragteste junge Mann überhaupt gewesen. Nicht etwa, weil sich der Elfjährige im Verlauf des Tages als besonderes Beach-Talent entpuppt hat. Nein, daran lag es nicht. Robin Günther hatte jedoch etwas, was die Tennis-Sandakrobaten nicht hatten: einen Wasserschlauch. Und mit dem sorgte der Oeffinger bei Temperaturen von über 30 Grad im Schatten nicht nur für angenehme Sand-Temperaturen, sondern auch für die eine oder andere erfrischende Abkühlung. Denn während sich André Agassi und Co. von den Balljungen das Handtuch reichen lassen, um den Schweiß abzuwischen, ließen sich die Akteure auf dem "Schmiden Beach" mit dem Schlauch abspritzen.

Einer, der die Dienste von Robin Günther dabei überdurchschnittlich häufig in Anspruch genommen hat, war Christoph Rieger vom TC Buocher Höhe. Der Grund: am Freitag war der 19-Jährige von einer Biene in den linken Fuß gestochen worden. Und der Fuß war am Samstag noch so dick, dass man ohne weiteres einen dreifachen Bänderriss hätte vermuten können. "Die Abkühlung tut echt gut", sagt Christoph Rieger, der mit seinem Partner Jan Haag (SF Höfen-Baach) in der Doppel-Konkurrenz immerhin auf Platz drei gelandet ist. "Der Fuß ist nämlich nicht nur dick, er tut auch weh. Und mit dem Laufen ging's auch schon mal besser."

Laufen wollten auch Erstliga-Volleyballer Marc Blaich und Sascha Grabow (Verbandsklasse-Spieler des TVOe) nicht mehr - und spielten sich deshalb kurzerhand mit ihren Achtelfinal-Gegnern Klaus Diemer und Volker Breuninger (TC Esslingen/TC Schorndorf) im Sitzen ein. Die kurzfristige Schonung hat sich dabei wohl positiv auf das Leistungsvermögen des Volleyball-Tennis-Duos ausgewirkt. Denn die beiden mussten sich erst im Viertelfinale Michael Mast und Jochen Stark, Landesliga-Volleyballer von Georgii Allianz, mit 4:6 geschlagen geben. Marc Blaich nahm's mit Humor. "Es hat mir riesigen Spaß gemacht. Das Turnier ist eine super Idee. Hoffentlich stellen die Oeffinger das im nächsten Jahr wieder auf die Beine." Erneut dabei sein wird dann wohl nicht nur der SVF-Volleyballer, sondern auch Brigitte Starz, die im Damen-Doppel mit 47 Jahren die älteste Barfußspielerin war. Mit ihrer Partnerin Sybille Schmidt (38) hat sie zwar "so ziemlich alle Spiele verloren", ihrer guten Laune konnte das aber nichts anhaben. "Hier herrscht eine Stimmung wie im Urlaub. Tolle Leute, gute Musik, nette Unterhaltungen. Wir sind im nächsten Jahr wieder dabei." Wir, das werden dann nicht nur Brigitte Starz und Sybille Schmidt sein, sondern "noch ein paar mehr Leute von unserem Verein", dem TSV Neustadt.

Obwohl bis auf ein paar wenige Ausnahmen kaum einer der Akteure am Samstag auf Erfahrungen im Beach-Tennis zurückgreifen konnte, über mögliche Taktiken wurde rund um die vier Beach-Felder ständig diskutiert. "Wenn du den Ball nicht genau in der Mitte triffst, fault er dir am Schläger ab", lautete da beispielsweise einer der Ratschläge. Und ein anderer wusste plötzlich, wann genau der richtige Zeitpunkt ist, um Druck auf die Gegner auszuüben. Nämlich dann, "wenn der Ball direkt über dem Kopf ist". Als beste Aufschlagvariante entpuppte sich der Schlag senkrecht in den Himmel. Zumindest für diejenigen, die die Sonne im Rücken hatten. "Die Gegner sehen den Ball überhaupt nicht", stellte Mixed-Spieler Peter Holder mit einem Grinsen im Gesicht fest. "Der kommt voll aus dem Planeten."

Ob eine der Taktiken am Ende tatsächlich über Sieg oder Niederlage entschieden hat, sei dahingestellt. Fest steht indes, dass das 1. Beach-Turnier der Oeffinger Tennisabteilung ein voller Erfolg gewesen ist. Und, darf man den Verantwortlichen glauben, wohl im nächsten Jahr eine Wiederholung findet. Dafür sprechen schon die Zahlen: 20 Herren-, zwölf Damen- und 32-Mixed-Kombinationen haben diesmal bereits mitgemischt. Fast zwölf Stunden wurde rund um die Uhr gespielt. Insgesamt waren's 112 Sätze.

Die Gewinner? Ach ja. Alexander Eller und Oliver Meinecke (KV Untertürkheim) waren die Besten bei den Männern. Stefanie Hueber und Michaela Posch (beide TVOe) beherrschten die Damen-Konkurrenz. Und Maximilian Hamm und Martina Schnell (TVOe/TC BW Vaihingen) haben sich als bestes Mixed-Doppel erwiesen.

Von Susanne Degel, Fellbacher Zeitung